Global Coalition of Fresh Produce – Briefing Note 1 „Obst und Gemüse: Globale Wertketten erklärt“
Die Global Coalition of Fresh Produce (GCFP) hat die Briefing Note 1 (Kurzinformation) veröffentlicht, die die Komplexität globaler Wertketten für Obst und Gemüse erläutert. Das Dokument betont die Bedeutung von Frischobst und -gemüse für die Ernährung und die Erschwinglichkeit, insbesondere angesichts steigender Lebensmittelpreise aufgrund von Inflation und Lieferkettenproblemen.
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Die Lebensmittelpreise, einschließlich jene für Obst und Gemüse, sind generell gestiegen, insbesondere nach der COVID-19-Pandemie. Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln ist der Preisanstieg bei Frischobst und -gemüse jedoch langsamer verlaufen.
In den USA stiegen die Preise von 2015 bis 2024 durchschnittlich um 33,6 %, während die Preise für frisches Obst und Gemüse nur um jeweils 16,7 % und 18,4 % gestiegen sind. Dies macht Obst und Gemüse zu einer erschwinglichen Quelle wichtiger Nährstoffe und kann im Laufe des Lebens zu erheblichen Einsparungen bei den Gesundheitskosten führen.
Infografik © GCFP
Obwohl Verbraucher Obst und Gemüse schätzen, stehen Erzeuger vor zahlreichen Herausforderungen, die ihre Rentabilität beeinträchtigen. Landwirte investieren in nachhaltige Praktiken, aber steigende Kosten für Materialien, Düngemittel und Treibstoff erschweren dies.
Die Arbeitskosten sind ein weiteres Problem, da die Branche in hohem Maße auf eine stabile Belegschaft angewiesen ist. Steigende Löhne in Verbindung mit Arbeitskräftemangel erschweren es den Erzeugern, profitabel zu bleiben.
Die kontinuierliche Einhaltung von Lebensmittelsicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards erhöht die Betriebskosten, insbesondere für kleinere Erzeuger.
Logistische Probleme und hohe Versandkosten, die durch Störungen der Handelsrouten noch verschärft werden, wirken sich auf die Preise für Frischobst und -gemüse aus. Neue Umweltsteuern und veränderte Handelspolitiken erhöhen die Kosten für die Erzeuger ebenfalls.
Extreme Wetterereignisse erfordern zudem zusätzliche Investitionen in Bewässerung und widerstandsfähige Nutzpflanzen.
Der Klimawandel birgt weitere Bedrohungen, da extreme Wetterbedingungen die Ernteerträge beeinträchtigen. Viele Erzeuger haben wirtschaftliche Probleme und erwägen, ihren Betrieb bald zu schließen, wenn der aktuelle Kostendruck und die niedrigen Verkaufspreise weiter bestehen bleiben.
Studien zeigen, dass Temperatur- und Wetterschwankungen zu Ernteausfällen und geringeren Erträgen führen können. So hat beispielsweise die Häufigkeit extremer Wetterereignisse in Europa in den letzten zwei Jahren um fast 50 % zugenommen, was Bedenken hinsichtlich der Stabilität künftiger Ernten aufkommen lässt.
Da der Klimawandel die landwirtschaftlichen Bedingungen weiter verändert, müssen sich die Erzeuger an neue Herausforderungen anpassen, wie Veränderungen bei Schädlings- und Krankheitsmustern, die die Rentabilität der Ernten gefährden. In Regionen wie Europa, die auf traditionelle Anbauzyklen angewiesen sind, stören wärmere Winter die für bestimmte Obstsorten erforderlichen Kälteperioden, was zu Produktionsrückgängen führt.
Wirtschaftliche Rentabilität des Frischobst- und -gemüsesektors
Die Kurzinformation zeichnet ein besorgniserregendes Bild der wirtschaftlichen Rentabilität des Frischobst- und -gemüsesektors. Viele Erzeuger berichten, dass sie Verluste machen oder gerade einmal die Gewinnschwelle erreichen, und zwei Fünftel der Unternehmer äußern Schwierigkeiten, nachhaltige Geschäftsmodelle aufrechtzuerhalten. Diese Situation wird durch den kumulativen Druck steigender Inputkosten, stagnierender Verkaufspreise und der Kosten für die Einhaltung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen verschärft.
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Erschreckenderweise überdenken viele Unternehmer die Zukunft ihrer Betriebe. Eine von der GCFP durchgeführte Umfrage ergab, dass 70 % der Befragten eine Schließung innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre in Erwägung ziehen, sollten sich die aktuellen Trends bei Kostenstrukturen und Preisen fortsetzen. Zu den größten Bedrohungen für ihre Nachhaltigkeit zählen steigende Inputkosten und niedrige Verkaufspreise sowie Belastungen durch Einhaltung von Vorschriften und negative Wetterbedingungen.
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Veröffentlichungsdatum: 26.03.2025
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