LWK Niedersachsen: Spargelernte kommt in Gang
Nach einer Wetter-Periode mit wenig Regen und noch ausreichend Feuchtigkeit im Boden haben die meisten niedersächsischen Spargelanbaubetriebe die Saisonvorbereitungen erfolgreich abgeschlossen.
Die Flächen seien gut befahrbar, so dass die Spargelernte starten könne, berichtete die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) am Donnerstag in Oldenburg. Auf den ersten Feldern werde das Edelgemüse bereits gestochen.
In Niedersachsen hat die Spargelernte begonnen. Mit steigenden Temperaturen sind wachsende Erntemengen zu erwarten. (Bildquelle: Pixabay)
- Vorbereitungen laufen besser als im regenreichen Vorjahr
- Erste Stangen werden schon gestochen
- Voraussichtlich ausreichend Spargel zum Osterfest
Zunächst ist laut LWK damit zu rechnen, dass die Erntemengen nur langsam wachsen. Spargel aus beheizten Anlagen wird zwar zunehmend von Erntemengen von dreifach abgedeckten Flächen ergänzt – die Mengen bleiben aber überschaubar.
Im Laufe des Monats könnte die Ernte auch unter wärmender Doppelabdeckung in Gang kommen. Dort fehlen noch einige Sonnenstunden, um das Pflanzenwachstum in den Dämmen richtig in Gang zu bringen. Zum Ende des Monats dürften die einfach bedeckten, auf schwarz gedrehten Anlagen in die Ernte kommen.
Vorbereitung läuft seit Herbst 2024
Die Vorbereitung der Flächen für die Spargelsaison beginnt bereits im Vorjahr: Im Herbst ziehen Anbaubetriebe die Dämme, legen Folie und stecken bereits Stäbe für die spätere Tunnelfolie als zweite Abdeckung.
Hintergrund dieser Vorbereitungen ist nicht ausschließlich ein früher Erntebeginn des Gemüses, sondern auch die bessere Befahrbarkeit der einzelnen Schläge. Während diese Vorbereitungen im regenreichen Herbst 2023 vielerorts gar nicht möglich waren, liefen die Vorarbeiten für die Spargelsaison 2025 meist reibungslos.
Neben der Arbeit auf den Feldern gilt es jetzt gleichzeitig die Vermarktung vorzubereiten und das Personal zu schulen. Zur Unterstützung befinden sich bereits Saisonarbeitskräfte auf den Betrieben – zumindest da, wo die Ernte schon losgeht.
Gestiegene Kosten
War die Nachfrage nach Spargel in 2022 aufgrund der Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie allgemein gestiegener Kosten eher verhalten, zeigt der Trend für das Edel-Gemüse seit 2023 wieder nach oben.
Großer Kostenpunkt für die Betriebe bleiben jedoch auch in diesem Jahr der gestiegene Mindestlohn sowie die gestiegenen Energiekosten. Es ist daher davon auszugehen, dass die Anbaufläche und die Zahl der Anbaubetriebe weiter sinken wird.
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Anbaufläche und Erntemenge
Nach Angaben des Landesamts für Statistik ist Niedersachsen 2024 deutsches Spargelland Nr. 1 geblieben, doch die Abnahme von Anbaufläche und Erntemenge machen sich weiterhin bemerkbar. Daten für 2025 liegen noch nicht vor.
Auf 3.900 Hektar (ha) ertragsfähiger Fläche (2023: 4.400 ha) wurden im vergangenen Jahr 21.700 Tonnen (t) Spargel geerntet. Im Vergleich zu 2023 (22.800 t) ist die Erntemenge damit um 4,8 Prozent gesunken.
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Die ertragsfähige Fläche wurde 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Prozent reduziert. Mit 56,2 Dezitonnen pro Hektar lag der Spargelertrag 2024 7,9 Prozent über dem Durchschnitt des Vorjahres (52,1 dt/ha).
Mit 20,3 Prozent lag 2024 in Niedersachsen der größte Anteil der deutschen Anbaufläche für Spargel (bundesweit rund 20.000 ha). 223 Betriebe bauten 2024 in Niedersachsen den Asparagus officinalis an. 23 Betriebe produzierten Spargel durch ökologischen Anbau.
„Spargel ist nach Zwiebeln/Zwiebelgewächsen die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Nach den neuesten Zahlen des Landesamtes sowie des Bundesamtes für Statistik haben Zwiebeln/Zwiebelgewächse mit rund 5.500 Hektar den Spargel (3.900 Hektar) als flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau abgelöst. In den zurückliegenden Jahren hatte stets der Spargel die Spitzenposition eingenommen“, berichtet die LWK Niedersachsen.
Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.
Veröffentlichungsdatum: 04.04.2025