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FEPEX: Reform der Einfuhrpreise ist eine Priorität zur Stärkung der Ernährungssouveränität in der EU

02. April 2025

Das Europäische Parlament in Brüssel hielt letzte Woche die Veranstaltung „Stärkung der europäischen Ernährungssouveränität: Was sind die Prioritäten?“ ab, berichtet der spanische Verband FEPEX.


Bildquelle: Pixabay

Während dieser Veranstaltung erklärte der Geschäftsführer von FEPEX, José María Pozancos, dass die Überarbeitung der Einfuhrpreise eine der Prioritäten der Europäischen Kommission zum Schutz des EU-Tomatensektors und der Ernährungssouveränität sein sollte.

Der EU-Tomatensektor hat in den letzten zehn Jahren erheblich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Einerseits gab es einen Rückgang bei Produktion und Exporten. Seit 2014 ist die Produktion von Frischtomaten in Spanien um 30 % zurückgegangen, während die Exporte um 43 % sanken – von 786.598 Tonnen 2014 auf 448.004 Tonnen 2023. 

Andererseits gab es ein beständiges Wachstum der Exporte aus Drittländern in die EU, insbesondere aus Marokko. In dem gleichen Zeitraum stiegen die marokkanischen Tomatenimporte in die EU um 42 %, von 345.416 Tonnen 2014 auf 491.908 Tonnen 2023, wie Eurostat-Daten zeigen.

„Es kam zu einer Verdrängung spanischer Tomaten auf dem Markt, vor allem weil die in dem Assoziierungsabkommen der EU mit Marokko festgelegten Einfuhrpreise es nicht schafften, ihre Funktion zu erfüllen, den EU-Markt zu schützen, und sind obsolet geworden, was die Importe vorantreibt.“

„Der konventionelle Einfuhrpreis für marokkanische Tomaten gilt seit 25 Jahren, seit dem Jahr 2000, und wurde auf 46,10 EUR/100 kg festgelegt. Er wurde auch nur für runde Tomaten festgelegt, da diese damals das größte Exportgut Marokkos waren. Der aktuelle Anstieg der Einfuhren anderer Sorten, wie beispielsweise Kirschtomaten, bedroht jedoch ernsthaft die Einkommen der EU-Erzeuger, die keine direkte Einkommensunterstützung erhalten.“ 

Aus diesem Grund ist laut FEPEX-Direktor Pozancos eine Überprüfung der Einfuhrpreise erforderlich. Dabei muss ein Einfuhrpreis mit differenzierten Einfuhrwerten für jede Tomatensorte festgelegt werden, um ein den Produktionskosten angemessenes Schutzniveau zu schaffen.

Laut des Organisatoren der Veranstaltung „müssen die Wirtschaft und Sicherheit der Landwirte und unseres Nahrungsmittelsystems als Ganzes, die zunehmend den Klimakrisen und geopolitischen Veränderungen ausgesetzt sind, gestärkt werden. Und die Stärkung unserer Sicherheit bedeutet, die Ernährungssouveränität und die entsprechenden Instrumente auf EU-Ebene zu stärken, vor allem durch eine Reform der GAP.“

Die drei wichtigsten notwendigen Veränderungen sind: die Verbesserung der Position der Landwirte in der Wertkette, die Sicherstellung ausreichender Instrumente für das Krisenmanagement, wie z. B. strategische Vorräte, und drittens der Schutz der Landwirte vor Dumping und mangelnder Handelsreziprozität. 

All dies wurde auf der Veranstaltung diskutiert, an der Vertreter der wichtigsten Bauernverbände, Experten sowie Vertreter europäischer und nationaler Institutionen teilnahmen.


Quelle: FEPEX

Veröffentlichungsdatum: 02.04.2025

Schlagwörter

Fepex, Reform, Einfuhrpreise, Priorität zur Stärkung, Ernährungssouveränität, EU